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OEZEPS_1

Soziales und emotionales Lernen im Lebensraum Schule

Die Bedeutung von Persönlichkeitsbildung im digitalen Zeitalter

PH Nr.: 73F9B0B60T

Persönlichkeitsstärkung sowie die professionelle Begleitung sozialer und emotionaler Lernprozesse stellen eine zentrale Basis nachhaltigen Bildungserwerbs in Gruppen dar.

Die Grundlage ist, Schüler/innen in ihrer gesamten Persönlichkeit – mit all ihren Stärken, Schwächen, Potenzialen, Interessen und Entwicklungschancen – zu sehen und anzunehmen. (Persönlichkeits-)Bildung bringt Beziehungen und Verhältnisse zur Sprache, die Menschen zu sich selbst und übergeordnet zu Gemeinschaften, der Gesellschaft, der Welt haben. Insbesondere schulisches Lernen ist hierbei eingebettet in ein interaktives, dialogisches Beziehungsgeschehen.

Gerade in ihren Freundeskreisen, in ihren Peergroups in Klasse und in der Schule erhalten Kinder und Jugendliche Rückmeldung zu ihrem Sozialverhalten, entwickeln in diesen Aushandlungsprozessen ihre Identität und ihr Selbstkonzept. Erlerntes Sozialverhalten stellt somit Selbst- und Sozialkompetenzen dar, die durch Interaktionen mit Freundinnen/Freunden, Eltern/Erziehungsberechtigte, Lehrpersonen etc. entwickelt wurden. Diesen Prozess professionell zu begleiten ist eine Herausforderung.

Für Pädagoginnen und Pädagogen stellt Franz Hofmann in der ÖZEPS-Handreichung „Persönlichkeitsstärkung und soziales Lernen im Unterricht“ hierfür wesentliche Fragen (vgl. Hofmann, 2008, S. 13):

  • Wie gelingt es, in den Klassenzimmern Schülerinnen/Schülern zu einem positiv(er)en Bild von sich selbst zu verhelfen?
  • Wie können Situationen geschaffen werden, in denen jede/r einzelne Schüler/in trotz Leistungsdrucks die Erfahrung machen kann, unabhängig von ihren/seinen Leistungen als wertvoller Mensch geschätzt zu werden?

Diese Fragen gewinnen durch die zunehmende Digitalisierung immer mehr an Bedeutung. Die vielfältigen Möglichkeiten, die sich durch den Einzug digitaler Tools in das Klassenzimmer ergeben, wirken sich auch auf die Lebenswelt und Arbeit von Schüler/innen und Lehrer/innen in der Schule aus. Kinder und Jugendliche haben in und außerhalb der Schule ständig Kontakt zu Medien, neuen Tools und (digitalen) Inhalten. Schule ist eingebettet in eine gesellschaftliche Entwicklung, in der insbesondere Kinder und Jugendliche nicht mehr zwischen analoger und digitaler Welt trennen. Diese Entwicklung aktiv mitzugestalten, alte und neue Handlungsfelder von Persönlichkeitsbildung und fachlichen Kompetenzaufbaus gezielt zu analysieren und Schüler/innen professionell zu begleiten, ist eine wachsende Herausforderung.

Eine Aufgabe ist die Differenzierung dieser neuen Lebens- und Arbeitswelt in ihre technischen Chancen (bspw. Arbeitserleichterung, Vernetzung von Arbeitsteams, digitale Tools in allen Facetten) und ihre personenbezogenen, gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Wechselwirkung digitalisierter Räume mit den Menschen – nicht nur die Art, mit welchen (digitalen) Tools Kinder lernen, sondern auch welche Lerninhalte und -ziele besonders bedeutsam sind, wie Menschen einander analog und digital begegnen, gilt es sorgsam zu klären. Durch digitale Tools rückt der Mensch manchmal scheinbar in den Hintergrund, tatsächlich immer mehr in den Mittelpunkt – mit allen damit verbundenen Chancen und Entwicklungsfeldern.

Diese Meta-Ebene der Digitalisierung – „Was machen digitale Werkzeuge mit uns Menschen?“ – in den Lehr- und Lernprozess einzubringen, hat große Bedeutung für die emotionales und soziales Lernen.

In einer Zeit raschen Wandels und dem Verschwinden der Grenzen zwischen analoger und digitaler Welt, innere Sicherheit, Selbstvertrauen und Zuversicht in die eigene Selbstwirksamkeit zu haben, ist nicht nur im Hinblick auf Leistungsorientierung, sondern auch auf die Entwicklung von Selbstwert und der eigenen Identität von großer Bedeutung. Sichere Bindungen, tragfähige Beziehungen, soziale Verantwortung und Reflexionsbereitschaft und Lernbereitschaft sind hierfür – auch in digitalisierten Räumen – die Grundlage.

In welchem Ausmaß es in Schulen analog und digital gelingt, personenbezogene überfachliche Kompetenzen zu stärken, hängt maßgeblich von der Qualität der gelebten Beziehungen ab. Vorhandene Ressourcen von Lehrinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern zielgerichtet einzusetzen, um die Entwicklung dieser Kompetenzen zu ermöglichen, stellt eine der zentralen Herausforderungen dar.

Zeit: 17.05.2019 10:00 – 18.05.2019 16:00

Referent/innen: Mag.a Inge Hainberger, Mag.a Edith Kern-Klammbauer, Mag.a Andrea Motamedi, Mag. Kurt Söser, Mag.a Brigitte Schröder, Dipl.Päd.in Ulli Stelzl, MMag. Florian Wallner, u.a.

Organisation: Mag.a Edith Kern-Klambauer (edith.kern-klambauer@oezeps.at)

 

ANMELDUNG

Zielgruppe: Lehrer/innen der Primarstufe, NMS, AHS und BMHS, Klassenvorstände/Klassenvorständinnen, Lehrende in der Lehrer/innenaus- und –fortbildung, Unterrichtsentwicklungsberater/innen

Anmeldung über Frau Dumfart marianne.dumfart@ph-ooe.at, mittels Genehmigung Ihrer Schule/Dienstbehörde per Email unter Angabe der Seminarnummer und der Schulkennzahl:
Seminarnummer: PH Nr.: 73F9B0B60T

Eine Anmeldung in PH-Online ist nur dann möglich, wenn Sie an der PH OÖ immatrikuliert sind und im Dienstauftragsverfahren (DAV) Ihrer Schule / Dienstbehörde erfasst sind. (Anleitung zur Immatrikulation: bitte hier klicken)

Persönliche Lehrer/innen-Anmeldungen (Privatmeldungen) per E-Mail können im System PH-Online nur im Modus „ohne Dienstauftragsverfahren“ (oDAV) eingegeben werden.

Weitere inhaltliche Fragen  Mag.a Edith Kern-Klambauer, edith.kern-klambauer@oezeps.at

Reiserechnung: * R G V *

Durch die Erteilung eines Dienstreiseauftrages durch die vorgesetzten Dienststellen besteht für Lehrer/innen die Möglichkeit, eine Reiserechnung an der Dienststelle (Schule) zu stellen.

Beachten Sie bitte die Modalitäten, die für die Erstellung einer Reiserechnung in Ihrem Bundesland vorgesehen sind!

Persönliche Lehrer/innen-Anmeldungen (Privatmeldungen) per E-Mail können im System PH-Online nur im Modus „ohne Dienstauftragsverfahren“ (oDAV) eingegeben werden.