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7. ÖZEPS Sommerakademie

Das österreichische Zentrum für Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen (ÖZEPS) führt in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich und im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung die

7. ÖZEPS Sommerakademie zum Thema

Emotionen in Lernprozessen:

erkennen, benennen, nutzen, beeinflussen, entwickeln

Montag, 28. August 2017 | 10:00 Uhr – Donnerstag, 31. August 2017 | 17.00

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durch.

Zielgruppe:

Lehrer/innen, Klassenvorstände und Schulleiter/innen aller Schularten, Lehrende und Studierende in der Lehrer/innenaus- und –fortbildung, Schulentwicklungs- und Unterrichtsentwicklungs-berater/innen

Ort:

Mondi-Holiday Hotel Grundlsee, Archkogl 31, 8993 Grundlsee/Steiermark,
Tel.: +43 (0)36 22/84 77-0, Fax: +43 (0)36 22/84 77-44,
E-Mail: info@grundlsee.mondiholiday.at; Internet: http://www.grundlsee.mondiholiday.at/ und Volksschule Grundlsee.

Inhalte:

Handlungen werden von Bedürfnissen, durch kognitive, motivationale und emotionale Prozesse beeinflusst. Freude, Angst, Traurigkeit, Wut oder Scham erlebt der Mensch an sich und seinen Mitmenschen. Der Psychologe Philipp G. Zimbardo definiert Emotionen als „ein komplexes Muster von Veränderungen, das physische Erregung, Gefühle, kognitive Prozesse und Verhaltensweisen einschließt, die in Reaktion auf eine Situation auftreten, welche ein Individuum als persönlich bedeutsam wahrgenommen hat.“ Antonio Damasio unterscheidet zwischen Emotionen, die nach außen gerichtet und öffentlich sind, die ihre Wirkung auf den Geist durch die Gefühle beginnen, und die nach innen gerichtet und privat sind. „Doch die vollständige und andauernde Wirkung von Gefühlen bedarf des Bewusstseins, weil das Individuum nur mit den Anfängen eines Selbst-Sinns erkennen kann, dass es Gefühle hat.“

Emotionen wirken auf Lernprozesse im Lebensraum Schule: Gefühlte Kompetenz, soziale Zugehörigkeit, Vertrauen und erfahrene Selbstwirksamkeit wirken sich positiv auf Schüler/innen und deren Lernerfolge aus. Zur Regulation von Gefühlen und Emotionen gehören z.B. eine veränderte Einschätzung einer unangenehmen Situation und/oder das Abschwächen negativer Emotionen, wenn schon nicht deren Abbau. Im Kontext Leistung kann ein reflektierter Umgang mit Fehlern und Misserfolgen lernförderlich sein, wenn diese nicht als Sackgasse sondern als Umweg (zum Ziel) betrachtet werden.

Emotionen sind mehr als Gefühle und setzen sich v.a. aus folgenden Aspekten zusammen: dem tatsächlich Gefühlten, dem Anlass des Gefühlten, der Bewertung des Erlebten, dem Emotionsausdruck und der körperlichen Reaktion. Es ist wichtig, die emotionale Entwicklung eines Kindes von Geburt an zu verfolgen und Heranwachsende in ihren Entwicklungsschritten zu begleiten und zu fördern, zumal emotionale Entwicklung eng mit kognitiver, sozialer und sprachlicher Entwicklung zusammenhängt. „Ein pädagogisches Ziel ist die Schaffung positiver Lernsituationen und die Herausbildung überdauernder positiver emotionaler Dispositionen gegenüber dem Lernen.“ (Tina Hascher)

Die Untrennbarkeit von Gefühlen auf die Persönlichkeitsentwicklung steht heute außer Diskussion: Gefühle steuern unsere Motivation und unser soziales Verhalten. Sie wirken wie eine Brille, durch die man schaut und die Welt so sieht, wie man sich fühlt. Die emotionale Verfasstheit eines Menschen prägt die Sicht auf Mitmenschen und auf die Welt. Mit und durch Gefühle entwickeln sich vielfältige Kompetenzen einer ausgewogenen Persönlichkeit wie Beziehungsfähigkeit, Bewältigungskompetenz, Fähigkeit zur Selbstregulation. Im Verlauf der Entwicklung verändert sich die Kompetenz, Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und regulieren zu können.

Emotionale Kompetenz stärkt und festigt die Persönlichkeit und fördert die soziale Kompetenz. Wer bilden will, muss auch lernen, Beziehungen zu gestalten.

Emotionale Kompetenz umfasst Kernfähigkeiten, die miteinander kombiniert werden:

  • Aufmerksamkeit der Person für die eigene emotionale Befindlichkeit
  • Mitgefühl für Mitmenschen (Empathiefähigkeit)
  • die Fähigkeit, befriedigende zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen
  • den konstruktiven Umgang mit belastenden oder sozial problematischen Gefühlen
  • die Fähigkeit sein Gefühlsleben mit der Motivation so in Einklang zu bringen, dass vorzeitiges Ausbrennen verhindert wird

Tina Hascher spricht von Emotionen als einem pädagogischen Potential: Emotionen beeinflussen und sind beeinflussbar. Die Einflüsse gehen von Eltern und Erziehungsberechtigten, Peer-Gruppen, Pädagog/innen, Mitschüler/innen, Schulleiter/innen, von der Schulkultur, der Lernumgebung, den Lernmaterialien aus.

Lernsituationen sind emotional gestaltbar. Pädagog/innen können positiven Einfluss nehmen, indem sie, Ressourcen sichtbar machend, die Unsicherheit von Schüler/innen reduzieren, sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stärken, erfolgsorientierte Leistungserwartungen aufbauen, konstruktives Feedback geben, Lern- und Leistungssequenzen trennen, für ein gutes Klassenklima sorgen, soziale Prozesse gestalten und die eigenen Gefühlen und Emotionen reflektieren und sich somit als Expertinnen professionalisieren.

Lernsetting:

Lernen wird in Großgruppen, in Workshops, in Peer-Gruppen/Professionellen Lerngemeinschaften, individuell, theoriegeleitet und praxisorientiert ermöglicht. Kreative Zugänge und Phasen der Reflexion unterstützen die Vertiefung der Inhalte. Ein Team von ÖZEPS-Mitarbeiter/innen und externen Expert/innen begleitet auf vielfältige Weise die alle Sinne ansprechenden Lernprozesse.

An den Vormittagen gibt es Workshops, an Nachmittagen und Abenden gibt es zusätzliche Angebote. In Gruppensupervision können Teilnehmer/innen mit professioneller Begleitung Ressourcen entdecken und Lösungsansätze für die Bewältigung des Berufsalltages finden.

Programm:

Am Eröffnungstag wird das Thema aufgespannt und durch folgende Impulsbeiträge bereichert:

VR Josef Oberneder, Dr. Alfred Dorfer, Dr.in Marlies Penker, ÖZEPS-Team

Den Abschluss des ersten Tages bildet ein Kamingespräch mit Dr. Alfred Dorfer und Dr.in Heidi Kastner.
Moderation: Alwin Schönberger

Workshops (von Montag bis Donnerstag) geben Gelebenheit zum Ausprobieren, Hinterfragen und Vertiefen:

Andre Blau/Mag.a Andrea Motamedi

Corinne Eckenstein

gecko art Team: Evelyn Blumenau / Walter Kreuz

Dr. Edgar Falkner-Groier

Dipl.Päd.in Elisabeth Mellauner-Huemer, MA, BEd.

Ilva Pauger / Paul Winter

Maria Reichmann

Mag.a Christa Renoldner

Dipl.Päd.in Heidemaria Secco

Mag.a Brigitte Schröder

Dipl.Päd.in Ulli Stelzl

Hannes Urdl

MMag. Florian Wallner

Bettina Weidinger und Wolfgang Kostenwein

 

Buchhandlung: Buch und Boot wird anwesend sein

Ort:

Mondi-Holiday Hotel Grundlsee, Archkogl 31, 8993 Grundlsee/Steiermark,
Tel.: +43 (0)36 22/84 77-0, Fax: +43 (0)36 22/84 77-44,
E-Mail: info@grundlsee.mondiholiday.at; Internet: http://www.grundlsee.mondiholiday.at/ und Volksschule Grundlsee.

Nach Bestätigung des fixen Seminarplatzes ist die Zimmerreservierung Im Hotel Mondi-Holiday (hier ist ein Zimmerkontingent vorreserviert) oder einem in einem anderen Beherbergungsbetrieb (Jufa Bad Aussee, Jufa Grundlsee, …) selbst vorzunehmen.

Anmeldung:

Eine Anmeldung ist nur möglich, wenn Sie an der PH-OÖ immatrikuliert sind. Sie finden diese Veranstaltung im PH-Online der PH OÖ unter folgender Nummer: 27F7B0B607

Bei Fragen oder im Falle einer direkten (Nach-)Anmeldung, schicken Sie bitte ein E-Mail an Mag.a Inge Hainberger: inge.hainberger@oezeps.at

Reiserechnung * R G V *: Nach Beantragung und Erteilung eines Dienstauftrags kann für die Veranstaltung Reiserechnung gelegt werden.

Nach Zusage der Teilnahme durch die vorgesetzte Dienstbehörde muss zusätzlich geklärt werden, ob eine Reiserechnung gelegt werden kann.

Eine Teilnahme ist auch ohne Dienstreiseauftrag (oDAV) möglich. Die Reise- und Aufenthaltskosten sind dabei selbst zu tragen.

Für die Inhalte: Mag.a Andrea Motamedi andrea.motamedi@oezeps.at, Mag.a Brigitte Schröder brigitte.schroeder@oezeps.at.