Veranstaltungen > 4. ÖZEPS-Mobbing-Tagung – Nachlese
Mobbingsystem_oezeps

4. ÖZEPS-Mobbing-Tagung – Nachlese

Mobbing-Prävention und Mobbing-Intervention als Schulentwicklungsaufgabe

Diese Veranstaltung war ein Beitrag zur nationalen Strategie zur schulischen Gewaltprävention

„Mobbing ist wiederholter und vorsätzlicher Missbrauch von Macht und sozialen Beziehungen, Ausübung von Gewalt und ein systematischer Angriff auf die Menschenwürde.“

(ÖZEPS Handreichung „Mobbingprävention im Lebensraum Schule“)

 

Eine Schule muss ein sicherer Ort sein, wo erfolgreiches Lernen und Lehren möglich ist, weil Angst und Gewalt keinen Platz haben. An einem Schulstandort tragen alle zu einem leistungsförderlichen Klassen- und Schulklima bei.

In der Prävention gilt es, Grenzen zu setzen und diese einzufordern, Verantwortlichkeiten klar zu kommunizieren, Vereinbarungen zu treffen und konsequent Schüler/innen und Pädagog/innen zu unterstützen sowie Eltern/Erziehungsberechtigte miteinzubeziehen.

 Die Ziele der Tagung waren

  • „Mobbing“ erkennbar und verstehbar sowie die Rollen aller Beteiligten im Mobbingprozess sichtbar zu machen.
  • Bewährte Strukturen zu Mobbingprävention und -intervention vorzustellen.
  • Handlungsoptionen zu erarbeiten, konkrete Handlungsschritte und Methoden vorzustellen.
  • Die Notwendigkeit, Schulentwicklungsmaßnahmen Aufmerksamkeit zu schenken und die besondere Verantwortung von Schulleiterinnen und Schulleitern.
  • Neue Materialien zu Mobbingprävention und Mobbingintervention zu präsentieren.

Gleich zu Beginn haben Schüler/innen aus drei Schulen und drei Bundesländern im Rahmen eines Forum-Theaters Szenen zum Mobbingalltag an Schulen aus ihren eigenen Erfahrungen dargestellt. Rollen der Beteiligung in Mobbingprozessen wurden sichtbar gemacht und die Teilnehmer/innen konnten durch aktives Eingreifen versuchen, das Geschehen zu beeinflussen. Mit den beeindruckenden Erfahrungen aus diesem – wenn auch gespielten so doch unmittelbar erlebbaren – schulischen Mobbing-Alltag wurde eine gute Grundlage gelegt, um in der Folge mittels Impulsvorträgen Wissen gezielter anzueignen und in Workshops konkrete Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen und auszuprobieren.

Der Fokus der Tagung, die als ein Beitrag zur nationalen Strategie zur schulischen Gewaltprävention entwickelt wurde, lag auf konkreter Präventions- und Interventionsarbeit unter Berücksichtigung personenbezogener, gruppenbezogener und struktureller Faktoren – zur Ermöglichung eines systemischen Entwicklungsprozesses an den jeweiligen Schulstandorten.

In den Workshops und Vorträgen wurde von den Referent/innen besonderes Augenmerk auf die zentrale Bedeutung personenbezogener überfachlicher Kompetenzen (personale, emotionale und soziale Kompetenzen)  in der Prävention, aber auch der Ermöglichung von gelingender Intervention, gelegt. „Überzeugende internationale Untersuchungen zeigen, dass Lehrpläne, die soziale und emotionale Bildung berücksichtigen, eine Schlüsselrolle für die persönliche Entwicklung spielen und dazu beitragen, eine Kultur der Gewalt an Schulen zu verhindern. Ausreichend Unterrichtszeit für soziale und emotionale Bildung in allen europäischen Schulen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Prävention von Mobbing und Gewalt an Schulen.“ (Downes & Cefai, 2016)

Grundsatz und Leitlinie der Veranstaltung war der ethische Imperativ von Heinz von Foerster, der auch als Handlungsanleitung bei präventiven sowie interventiven Maßnahmen gilt:

„Handle stets so, dass die Zahl der Wahlmöglichkeiten größer wird.“

ÖZEPS orientiert sich an diesem Leitsatz und bietet zahlreiche Angebote zur Erweiterung dieser Handlungsmöglichkeiten – Handreichungen wie „Persönlichkeitsstärkung und soziales Lernen im Unterricht“, „Gewaltprävention an Schulen“, „Vereinbarungskultur an Schulen“ und „ePOP“, eine Sammlung von Aufgaben zur Förderung personaler und sozialer Kompetenzen. Zahlreiche Veranstaltungen zu Persönlichkeitsstärkung, Peer-Learning, Gewaltprävention und Mobbingprävention sind der Beitrag des Bundeszentrums zur Gestaltung gewaltfreier Beziehungen an Schulen und damit zum Qualitätsbereich Klassen- und Schulklima.

Darüber hinaus wurde in den vergangenen Jahren ein neues Materialienpaket entwickelt, das demnächst als Download auf der Homepage des ÖZEPS zur Verfügung steht. Die ÖZEPS-Materialien beziehen sich auf Mobbingprävention.

  • ÖZEPS cinema edu „Mobbing?’“ – szenisches Material zu Mobbing,
  • ein darauf abgestimmtes Booklet mit Begleitmaterial
  • eine Handreichung „Mobbingprävention im Lebensraum Schule“

Vom BMBWF – hier liegt der Schwerpunkt auf Mobbingintervention

  • „Mobbing an Schulen – ein Leitfaden für die Schulgemeinschaft im Umgang mit Mobbing“